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Von Daressalaam
fahren wir Richtung Süden an die Küste des Indischen Ozeans
nach Kilwa, einer Halbinsel nebst vorgelagerter Insel. Kilwa ist vom 12.
Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert eine der mächtigsten und bedeutendsten
Swahili-Städte gewesen. Wir können zahlreiche Ruinen bestaunen,
u. a. mehrere Moscheen – darunter die „große Moschee“,
die als schönste Moschee Ostafrikas gilt –, einen riesigen
Palast aus dem 13./14. Jahrhundert sowie ein portugiesisches Fort.
Über
die Küstenstädte Lindi (mit Bauten aus der deutschen Kolonialzeit)
und Mtwara gelangen wir an den Rovuma-River, der die Grenze zu Mosambik
bildet. Bis vor wenigen Jahren konnte dieser Fluss nur mit Einbäumen
überquert werden; jetzt verkehrt hier einmal täglich eine aus
Deutschland stammende Autofähre.
Durch einsame bewaldete Gegend gelangen wir über die Ortschaften
Palma und Mocimboa da Praiha (beides Hafenstädte) in das Land der
Makonde, einem alten afrikanischen Bauernvolk, das mit Erfolg jahrhundertelang
(bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein) jede Art Fremdherrschaft
abwehren konnte. Nur ca. 50 Km vom arabisch/islamisch sowie portugiesisch/christlich
geprägten Küstenstreifen entfernt treffen wir hier auf alte,
schwarzafrikanische Kultur. Viele Makonde hängen noch ihrem archaischen
Naturglauben an und pflegen ihre traditionellen Riten und Kulte. Die Männer
tragen teilweise noch Lendenschurz und sind mit Pfeil und Bogen bewaffnet.
Man kann auch Frauen mit Schmucknarben und spitz zugefeilten Zähnen
sehen. Weit über Afrika hinaus berühmt sind die Makonde durch
ihre Schnitzkunst.
Über die Ortschaften Chai (in der im Jahre 1964 der bewaffnete Befreiungskampf
gegen die portugiesische Kolonialmacht begann) und Macomia gelangen wir
an die Küste zum Hafenstädtchen Quissanga. Von hier aus unternehmen
wir einen Ausflug mit einer Dhau zu der zum Quirimba-Archipel gehörenden
Insel Ibo und schlendern durch die alte verlassene portugiesische Kolonialstadt
mit ihren prächtigen Villen und Handelskontoren. Bereits Anfang des
16. Jahrhunderts eroberten die Portugiesen die Insel, bauten hier eine
Festung und errichteten eine Handelsstation. Ihren wirtschaftlichen Höhepunkt
erlebte die Insel Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts durch den besonders
einträglichen Sklavenhandel. Heute stellt sich Ibo als Freilichtmuseum
der alten portugiesischen Kolonialzeit dar.
Weiter geht es zur malerisch gelegenen Hafenstadt Pemba. Hier bietet sich
uns die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad im Indischen Ozean.
Auf
einer guten Asphaltstraße gelangen wir über Namialo zur "Ilha
de Mocambique", der wohl ältesten und zugleich am besten erhaltenen
historischen europäischen Siedlung im südlichen Afrika. Als
erster Europäer ging hier im Jahr 1498 Vasco da Gama an Land.
Bereits
wenige Jahre später, Anfang des 16. Jahrhunderts, vertrieben die
Portugiesen die bisher hier ansässigen Araber und Swahili-Leute und
begannen, hier eine Festung, eine Kirche und eine Krankenstation anzulegen.
Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts stellte die Ilha de Mocambique die
wichtigste Zwischenstation der portugiesischen Seefahrer auf ihrem Weg
nach Ostasien dar. Das auf der Insel errichtete Fort, das im Laufe der
Jahrhunderte immer weiter ausgebaut wurde, konnte nicht nur arabischen
Angriffen sondern auch über Jahrhunderte hinweg den Attacken und
Belagerungen
anderer europäischer Kolonialmächte standhalten.
Als
im 18. Jahrhundert die Portugiesen ihre ostafrikanischen Besitzungen zur
Kolonie erklärten, wurde die Ilha de Mocambique Hauptstadt dieser
Kolonie und blieb es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Der danach einsetzende
Machtverfall der Stadt verhinderte Eingriffe in die historische Bausubstanz,
so dass die Insel heute ein einzigartiges, zum Weltkulturerbe erklärtes
Ensemble-Museum aus der Zeit des Gold- und Elfenbeinhandels, vor allem
aber des Sklavenhandels (bestehend aus Palästen, Villen, Kirchen,
Verwaltungsgebäuden, Handelskontoren usw.) darstellt.
Von
der Küste fahren wir nun über Nampula westwärts ins Landesinnere
durch eine eindrucksvolle malerische Gebirgslandschaft und dann beim Landstädtchen
Cuamba nach Norden, um zum Niassa Reservat zu gelangen. Unser Weg führt
uns durch immer wilder und einsamer werdendes Gebiet - lediglich unterbrochen
durch einige Dörfer der noch recht traditionell afrikanisch lebenden
Makua und das kleine Städtchen Marrupa. Auf einer 400 Meter langen
Brücke überqueren wir den malerischen Rio Lugenda und erreichen
das "Reserva do Niassa", ein im äußersten Norden
Mosambiks zwischen den Flüssen Lugenda und Rovuma gelegenes, bisher
kaum besuchtes und somit noch nahezu unbekanntes, naturbelassenes Wildschutzgebiet.
Diese Gegend ist wegen der hier in Massen vorkommenden Tsetse-Fliege nie
landwirtschaftlich nutzbar gewesen und konnte infolge ihrer Abgeschiedenheit
auch die jahrzehntelange Kriegszeit nahezu unbeschadet überstehen.
Hier soll es u.a. noch bis zu 10.000 Elefanten geben. Der größte
Teil des Reservats ist bewaldet. Malerisch sind die Flusslandschaften,
vor allem am Rio Lugenda.
Auf abenteuerlicher
Piste fahren wir nach Westen, dann in südliche Richtung und gelangen
über Mataca nach Lichinga, der auf einer Hochebene gelegenen Hauptstadt
der Provinz Niassa. Von hier aus geht es nach Mandimba. Dort überqueren
wir die Grenze nach Malawi.
Über Liwonde gelangen wir in den am Shire-River gelegenen Liwonde
Nationalpark. Hier haben wir Gelegenheit, auf Pirschfahrten und auf einer
Bootsfahrt viele Wildtiere aus nächster Nähe zu beobachten.
Weiter
geht es zum Cape McLear Nationalpark an den Nyassa- oder Malawisee, den im südlichsten
Teil des ostafrikanischen Grabenbruchs gelegenen drittgrößten See Afrikas.
Hier können wir die weltberühmten Buntbarsche des Malawisees beobachten,
zwischen ihnen baden und schnorcheln.
Wir
fahren nun westlich des Sees durch weite, in der Ferne von Gebirgszügen umgrenzte
Ebenen, aber auch durch bis an den See heranreichende bewaldete Berglandschaft
nach Norden. Hier erstreckte sich einst das Bantu-Königreich "Marawi".
Im 18. und vor allem 19. Jahrhundert ist dieses schöne und vegetationsreiche
Land durch arabische und portugiesische Sklavenhändler und deren Handlanger
nahezu entvölkert worden. Hier besorgten sich die Sklavenhändler ihre
"Ware", die den Reichtum ihrer Handelsniederlassungen an der Küste
des Indischen Ozeans
(Kilwa, Ibo, Ilha de Mocambique) begründete. Mehrmals übernachten wir
in Camps am Ufer des Malawisees und haben auch Gelegenheit zum Baden (auf eigene
Gefahr - Bilharziose-Infektionen können nicht ausgeschlossen werden). Hinter
der am nördlichen Seeufer gelegenen Stadt Karonga überqueren wir die
Grenze zu Tansania und fahren hinauf ins Gebirge. Sofern uns die Zeit reicht,
unternehmen wir noch einen Abstecher zum reizvollen Ngozi-Kratersee. Dann geht
es auf guter Straße durch abwechslungsreiche, oft gebirgige Landschaften
über Iringa, Mikumi und Morogoro nach Daressalam.
Hinweis:
Es
handelt sich um eine Pioniertour. Ob die Strecke wie geschildert gefahren werden
kann, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und vom Wetter ab. Vieles
kann erst vor Ort entschieden werden. Eventuell ist der Weg über Cuamba nach
Marrupa nicht möglich, wir müssen dann stattdessen wieder Richtung Pemba
und über Montepuez nach Marrupa. Möglicherweise kann auch die Strecke
vom Niassa-Reservat über Mataca nach Lichinga nicht befahren werden, so dass
wir, um nach Lichinga zu gelangen, wieder nach Marrupa zurück müssen.
Falls die Zeit knapp werden sollte, muss gegen Ende der Reise evtl. auch auf
einige Programm-Punkte verzichtet werden, z. B. den Besuch des Liwonde Parks. |